Mittlerweile haben wir Mai und ich habe zu meiner Schande mein Tagebuch (eher ein Kalender mit hingeschmierten Notizen) völlig vernachlässigt und daher sind mit doch einige Tage aus dem Gedächgtnis entschwunden. Nachdem nun aber etliche Beschwerden, ob meines nicht vorhandenen Konkurrenzdenkens zu anderen Auswanderern (siehe Links – die fiedlers auf Weltreise) und deren beindruckend stetig geführten Weblogs eingegangen sind, habe ich die Website komplett überarbeitet um letztendlich mein Versprechen einzulösen meine Erlebnisse so gut ich kann zu schildern und das Fernweh zu fördern.
Vorab sei verraten das mit letztes wohl gelungen ist, denn es mangelt mir nicht an Besuch. Aber dies ist eine andere Geschichte, und soll ein anderes Mal erzählt werden wie Michael Ende wohl sagen würde…
Kommen wir also zu den Erlebnissen im Februar (wie gehabt, mir fehlen ein “paar” Tage die ich nachliefern werde - wenn möglich).
Nach meinem Dasein als Almöhi im tibetischen Hochland und einer hervorragenden 14 Tage Grippe, geht es nach Sanya, dem Hawaii des Ostens. Wow! Das beschreibt alles und sagt doch nichts. Kilometer lange Strände, Palmen, Sonne, blauer Himmel und was noch, klar superleckeres Essen.
Noch ist keine Saison, also sind die Strände ziemlich leer, was aber in China wohl tagsüber meistens so ist, denn der Chinese und natürlich auch die Chinesin an sich (hey, nicht alles zu ernst nehmen bitte, aber ein paar Klischees müssen schon sein) will nicht braun werden und geht somit erst spätnachmittags zum Strand oder versteckt sich eingecremt mit Sun-blocker unterm Sonnenschirm. Das liegt daran das die Arbeiterklasse durch die Arbeit auf den Feldern braungebrannt ist und, um das noch zu vervollständigen, auch keine langen Fingernägel hat was dazu führt, genau, dass der Chinese an sich an mindestens ein bis zwei Fingern versucht so lange Nägel zu haben um zu zeigen das man DAS nicht nötig hat. Die Chinesin an sich könnte hierbei schon wegen der Nägel neidisch werden - einzig für das westliche Auge wirkt das doch etwas befremdlich…
In Sanya trifft man primär auf Chinesen, Russen, Franzosen und eben, wenn man Pech hat, auf Inder aus Deutschland. Die Preise sind um einiges höher als in den bisherigen Plätzen die ich besucht habe, jedoch immer noch erschwinglich und so kann ich mir die Abwesenheit von den uns bekannten klassischen Touristen nur damit erklären das kaum jemand weiss das es Sanya gibt, bzw. das die Flüge dahin eben doch um einiges länger dauern als die nach Mallorca, Ibiza und Co. Schön das es so ist. Mögen die Flüge nach Sanya aus Europa einfach weiterhin sauteuer bleiben!
Neben aufregenden Wasserspielen, wahnsinns Buffets, Wasserball mit Russland, Deutschland, Japan, China und Indien, einem Abend mit Dapaidang, der typischen “Strassenküche” Chinas, stand ein Ereingnis im Vordergrund: Das chinesische Neujahrsfest!
Im privaten Kreis wurde köstliche Hausfrauenkost gereicht und genossen und anschliessend ein Feuerwerk abgebrannt, dass es einem wie eine Mischung aus Krieg und skurrilem Fest vorkam. Die Chinaböller die wir kennen sind Miniaturausgaben der Neujahrskriegsutensilien die es hier überall zu kaufen gibt. Die Druckwellen die entstehen entfachen ein Konzert von Autoalarmanlagen und zuweilen werden sogar Bäume, an denen Kracherschnecken von bis zu einem Meter Durchmesser aufgehängt werden bei deren Detonation(en) zerstört, während keine zwei Meter daneben in aller Ruhe ein Mann mit seinem Mofa vorbeizuckelt das auf dem Hänger mit einem Feuerwerks-Arsenal beladen ist um sich die nötige Schubkraft zu besorgen, das Mofa, den Hänger und den Fahrer ins 2 Kilometer entfernte Meer zu schiessen. Wahn und Sinn zugleich, aber mit genügend Sicherheitsabstand und den Händen an den Ohren erlebenswert!
Nachdem sich das Feuerwerk dem Ende entgegen neigt (das ist vorsichtig ausgedrückt weil die Chinesen, auch wenn es nicht unbedingt erlaubt ist, schon etliche Tage vorher damit anfangen und noch etliche Tage danach nicht aufhören einem da Gefühl zu geben im Krieg zu sein), gehen die, die einen Verwandten haben dem es zu Gedenken gilt hinaus und “opfern” Geld und Essen und lassen für den Toten auch Feuer aufsteigen.
Dann ist der Spuk (wie oben erwähnt zumindest grösstenteils) vorbei und es geht 3 Tage später in Richtung Nanning, Lin Lins Heimatstadt…
Es war ein wirklicher Urlaub, Erholung pur. Ich bin braungebrannt und habe Energie getankt. Und, ich bin mir sicher: I’ll be back!